Marken
Geschichte und
Technik
RFT Rundfunk Technik
Geschichte und
Technik
Herstellergeschichte und Archivmaterial
Eckdaten
| Land | Deutschland |
|---|---|
| Typ | Marke |
| Bereiche | Elektronenröhren |
| Zugeordnete Röhren | 43 |
Geschichte
RFT ist das gemeinsame Warenzeichen der ostdeutschen Radioelektronik für Geräte, Bauelemente und Röhren verschiedener Betriebe. Die Abkürzung entstand im Bereich Radio- und Fernmeldetechnik und wurde später auch mit Rundfunk- und Fernsehtechnik verbunden. Drei rote Buchstaben auf weißem siebenzeiligem Rastral kennzeichnen eine gemeinsame industrielle Herkunft, kein einzelnes Werk.
Die ersten volkseigenen Betriebe entstanden ab 1946. Am 1. Juli 1948 wurden Branchenbetriebe der sowjetischen Besatzungszone in der VVB RFT mit Hauptverwaltung in Leipzig zusammengefasst. 1957 entstand der Warenzeichenverband. Anfang 1958 teilte sich die Verwaltung in drei VVB: Bauelemente und Vakuumtechnik, Nachrichten und Messtechnik sowie Rundfunk und Fernsehen. Das Warenzeichen wurde auch im Ausland in ungefähr 88 Ländern eingetragen.
Das Röhrensortiment umfasste Empfangs-, Spezial-, Sende- und Gasentladungsröhren. Zur Fertigungskette gehörten Erfurt, Neuhaus, Mühlhausen und Berlin; gemeinsame Kataloge der 1950er und 1960er, einschließlich des Empfangsröhrenkatalogs 1965, vereinten mehrere Werke. ECC82, ECC83, EL12N, EM83 und Z5670M erfüllen unterschiedliche Verstärkungs-, Leistungs-, Anzeige- und Darstellungsaufgaben. Das Zeichen allein bestimmt das Herstellerwerk eines Exemplars nicht: Codes, Aufbau und Zeitraum sind ebenfalls nötig.
Die Kombinatsbildung erfolgte schrittweise. Am 1. Januar 1970 entstand das Kombinat VEB RFT Fernmeldewerk Leipzig, zunächst mit weiterhin rechtlich selbständigen Betrieben. Umstrukturierungen Ende der 1970er betrafen die Bereiche Leipzig, Erfurt, Staßfurt und Teltow; das größere Kombinat Nachrichtenelektronik Leipzig entstand zum 1. Januar 1979. Es gibt somit kein gemeinsames Fusionsdatum für das gesamte RFT-Netz. Das Warenzeichen blieb auf Erzeugnissen, während Verwaltungen und Firmennamen wechselten; die einzelnen Hersteller behalten ihre eigene Geschichte.