TECHNISCHES ARCHIV · RÖHRENFASSUNGEN

← Röhrenfassung suchen

Britischer 4-Stift-Sockel (B4)

Mechanische Daten, Abbildungen und Referenzen aus dem EnryLab-Archiv.

Technische Eckdaten

Kennzeichnung
BRITISH-B4
Kontaktpositionen
4

Mechanische Abmessungen

Alle Längenmaße sind in Millimetern angegeben und beschreiben den Röhrensockel mit seinen Stiften. Sie sind keine Durchmesser der Aufnahmebohrungen in der Fassung.

Der Teilkreis verläuft durch die Stiftmitten. Der Stiftabstand ist der geradlinige Abstand zwischen benachbarten Mitten. ≈ kennzeichnet einen aus der Nenngeometrie berechneten Wert, ± eine Toleranz, Klammern die Grenzwerte und ≤ einen Höchstwert.

Die Kontaktabstände sind nicht einheitlich. Maßsätze und Varianten werden getrennt dargestellt.

MaßWert (mm)Detail
Röhrensockel · Maßsatz 1
Stiftdurchmesser3,2In der Zeichnung angegebenes MaßDetail ansehen
Röhrensockel · Maßsatz 2
Stiftlänge17In der Zeichnung angegebenes MaßDetail ansehen
Mittenabstand des seitlichen Stiftpaares16,25In der Zeichnung angegebenes MaßDetail ansehen
Mittenabstand des axialen Stiftpaares16In der Zeichnung angegebenes MaßDetail ansehen
Röhrensockel · Maßsatz 3
Stiftlänge15,5In der Zeichnung angegebenes MaßDetail ansehen
Halber seitlicher Mittenabstand8In der Zeichnung angegebenes MaßDetail ansehen
Axialer Versatz B8,125In der Zeichnung angegebenes MaßDetail ansehen
Axialer Versatz C6,1In der Zeichnung angegebenes MaßDetail ansehen
Axialer Versatz D10,15In der Zeichnung angegebenes MaßDetail ansehen

Hintergrund

Der britische B4 ist ein vierstiftiger Sockel mit asymmetrischer Anordnung. Zwei Kontakte stehen seitlich nebeneinander, die anderen liegen an unterschiedlichen Stellen auf der Sockelachse. Diese Geometrie grenzt die Familie von der allgemeinen Bezeichnung Vierstiftröhre ab. B4 ist weder der amerikanische UX4 noch automatisch jede europäische Bauform mit vier Kontakten.

Die Geschichte von B4 ist mit der 1915 in Frankreich eingeführten Hochvakuumröhre und dem späteren britischen R Type verbunden. Die ursprüngliche Anordnung sah die Anode an Stift 1, das Gitter an Stift 2 und den Heizfaden an Stiften 3 und 4 vor. Dies ist eine historische Zuordnung, keine allgemeingültige Anschlussbelegung. Innerhalb der Familie gibt es zudem unterschiedliche Nummerierungskonventionen.

Zur Baugeschichte gehören Metallhülsen- und Formsockel, meist aus Bakelit: Ausführungen aus unbeschichtetem oder beschichtetem Messing, Marconi-Osram-Versionen mit mittiger Nut und Formsockel späterer Typen. Besonderheiten sind verkürzte Heizfadenstifte mancher Ediswan-Röhren, zusätzliche Kontakte der Nelson-Typen mit drei Heizfäden und die seitliche, mit dem Heizfadenwiderstand verbundene Schraube der Cossor-Wuncell-Reihe. Diese Varianten benötigen eigene mechanische Beschreibungen.

Bei den Maßen ist dieselbe Sorgfalt erforderlich. Zwei Zeichnungen nennen 3,2 mm Stiftdurchmesser, 17 mm Länge und 16,25 mm Abstand des seitlichen Paars; für das andere Paar sind 16 mm angegeben. Die Standard-British-Zeichnung nennt dagegen 15,5 mm Länge, seitliche halbe Mittenabstände von 8 mm sowie die axialen Maße 8,125, 6,10 und 10,15 mm. Es liegt keine angegebene Toleranz vor, die eine Zusammenfassung aller Maße zu einem gleichwertigen Satz rechtfertigt.

Die Maßbeschreibung hält diese Angaben deshalb nach Zeichnung getrennt. Der Familie wird weder ein Stiftteilkreisdurchmesser noch ein einheitlicher Abstand benachbarter Stifte zugewiesen: Die unregelmäßige Anordnung würde diese Angaben irreführend machen. Zur Identifizierung sind Stiftdurchmesser, Abstände innerhalb derselben Ansicht und der Vergleich mit der dargestellten Variante hilfreicher. Auch der Durchmesser des Isolierkörpers lässt sich nicht durch Pixelmessung in einem Bild ohne verlässlichen Maßstab bestimmen.

Manche Röhren ergänzen einen seitlichen oder oberen Anschluss und behalten die untere Vierkontaktverbindung bei. Ein externer Anschluss wird dadurch nicht automatisch zur fünften B4-Position. Die GPO-Vorgaben für CV1636 und CV1637 zeigen dies anschaulich: Beide beziehen sich auf den Prototyp LS5, schreiben aber B4 beziehungsweise Bajonett-BC4 vor. Ein gemeinsamer Prototyp oder elektrische Verwandtschaft hebt einen ausdrücklich anderen Sockel somit nicht auf.

PX4, PM2 und L410 gehören zu den zugeordneten Röhren. Sie helfen bei der Einordnung, ersetzen jedoch nicht die Prüfung der einzelnen Bauform. Für eine mechanische Auswahl oder Maßsuche muss die Variante erhalten bleiben. Für Verdrahtung und elektrischen Betrieb sind weiterhin die Angaben zur jeweiligen Röhre erforderlich.

Technische Zeichnungen

Die Zeichnungen zeigen Ausrichtung und Geometrie. Die Links neben den Maßen öffnen das verfügbare Detail.

Fotos und Beispiele

Zugeordnete Röhren im Archiv

Verknüpfte Typenbezeichnungen insgesamt: 6.644